Die letzte Schulwoche vor den Ferien am Gymnasium Starnberg. Der normale Stundenplan rückt in den Hintergrund. Stattdessen finden zwei Projekttage statt - das Motto ist: "Lebens(t)räume: Praktische Projekte für den Alltag". Es gibt insgesamt 45 Angebote. Darunter Kochen, Sport, Kunst, Handwerk...
Und mittendrin wir mit finanzieller Bildung für die 8. Klasse.
Schufa. Haushaltsplan. AIDA.
Drei Begriffe, bei denen sich das Feriengefühl nicht überall automatisch einstellt.
Aber die Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen sitzen in Kleingruppen mit unseren Ehrenamtlichen zusammen. Es geht um Kontoführung, Konsumfallen und die Frage, wie Geld bis zum Ende des Monats reichen kann.
Und irgendwann fällt dieser Satz:
"Die Influencer im Internet beeinflussen uns ganz schön."
Ja.
Tun sie.
Und trotzdem ist es etwas anderes, das nicht nur zu wissen, sondern im eigenen Alltag zu erkennen.
Denn zwischen dem Wissen, dass Werbung uns beeinflusst, und dem Verstehen der eigenen Kaufentscheidung liegt ein ziemlich großer Unterschied.
- Warum möchte ich etwas haben?
- Hätte ich es auch gewollt, wenn ich es nicht ständig gesehen hätte?
- Und wie schnell wird aus einem Wunsch das Gefühl, etwas unbedingt zu brauchen?
Es wäre leicht, den Kids an dieser Stelle zu erklären, was vernünftiger Konsum ist. Erwachsene haben schließlich erstaunlich schnell Antworten, wenn es um die Entscheidungen anderer Menschen geht.
Wir versuchen es anders.
Nicht vorsagen, sondern: Nachfragen.
Nicht bewerten, sondern: Gemeinsam hinschauen.
Denn Finanzbildung bedeutet für uns nicht, den Kids eine richtige Art des Umgangs mit Geld beizubringen. Sie sollen Zusammenhänge verstehen, unterschiedliche Möglichkeiten abwägen und eigene Entscheidungen treffen können.
Eine weitere Rückmeldung aus der Klasse lautete:
"Ich habe gelernt, dass man sein gesamtes Geld nicht am Anfang des Monats ausgeben sollte."
Klingt einfach.
Ist es nicht immer.
Denn genau dort beginnt Haushaltsplanung. Nicht in einer Tabelle, sondern bei der Erkenntnis, dass eine Entscheidung heute Auswirkungen auf die nächsten Tage und Wochen haben kann.
Und dann war da noch diese Rückmeldung:
"Die Ehrenamtlichen sind so cool."
Das ist für uns fast genauso wichtig.
Denn Kinder und Jugendliche stellen ihre wirklichen Fragen nur dort, wo sie sich ernst genommen fühlen. Wer befürchtet, bewertet zu werden, sagt schnell das vermeintlich Richtige. Wer Vertrauen erlebt, kann sagen, was er wirklich denkt.
Am Ende: kein Test. Keine Note. Dafür ein paar Sätze, die hängen bleiben.
Danke an das Gymnasium Starnberg für das Vertrauen und an unsere Ehrenamtlichen fürs Erklären, Nachfragen, Zuhören und dafür, den Gedanken der Jugendlichen Raum zu geben.